Im
Spätsommer ereignet sich in der norddeutschen Heidelandschaft
ein wunderbares Naturschauspiel. Weite, zart lilafarbene Blütenmeere
entstehen und bilden einen malerischen Kontrast zu den dunkelgrünen
Douglasien, Roteichen und Sandkiefern. Die Bienen bereiten
aus dem Nektar der kleinen Heideblütenglöckchen
dieser späten Honigtracht eine charaktervolle und edelherbe
Honigspezialität.
Das Kennzeichen dieser speziellen Landschaft ist der nährstoffarme und saure Boden. Nach den Eiszeiten siedelten sich die Heidekrautgewächse als erster Bewuchs an, später folgten die Kiefern und andere genügsame Pflanzen und Bäume. Da die Heidebauern die oberste Schicht als Streu für die Ställe verwendeten, konnten sich nicht genügend Nährstoffe für eine andere Vegetation im Boden bilden und so prägte sich eine unverwechselbare Landschaft.
Zu
den bekanntesten Heidelandschaften in Norddeutschland zählen
die Lüneburger Heide in Niedersachsen, die Colbitz-Letzlinger
Heide in Sachsen-Anhalt oder die Schorfheide in Brandenburg.
Doch gedeihen die Heidekräuter auch – sicherlich
etwas weniger ausgeprägt – im ganz Norddeutschland,
vor allem in den verschiedenen Moorlandschaften und auf kargen
oder sandigen Böden in Kiefernwäldern.
Die Lüneburger Heide ist die größte zusammenhängende
Heidefläche in Mitteleuropa. In ihrem Kern liegt das
bereits im Jahre 1921 um den Wilseder Berg gegründete
Naturschutzgebiet mit einer Größe von 234 km2.
Pastor Wilhelm Bode erwarb mit Hilfe einer Spende des Prof.
Andreas Thomson aus Münster bereits 1906 ein besonders
eindrucksvolles, tiefes Tal südlich von Wilsede. Damit
wurde er zum Initiator für den Erhalt von besonderen
Naturregionen.
Erntekalender
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