Im Vergleich zum weißen Haushaltszucker stecken im süßen Honig viele weitere, wertvolle Inhaltsstoffe. Einen Überblick darüber gibt die folgende Grafik.
 
Das Industrieprodukt Haushaltszucker besteht zu 99,9 % aus reinem Zucker (Saccharose)
und ist eines der am stärksten verarbeiteten und isoliertesten Lebensmittel unseres Jahrhunderts.
Damit der Zucker von unserem Körper aufgenommen werden kann, benötigten wir gleichzeitig verschiedene Mineralstoffe, allen voran Calcium. Diese Stoffe „entziehet“ der Zucker den anderen Nahrungsbestandteilen (z. B. Milch) oder, wenn diese nicht vorhanden sind, unserem Körper selbst. Somit wird viel Calcium verbraucht und es steht unserem Körper nicht mehr zum Aufbau und zur Erneuerung der Knochen und Zähne zur Verfügung. Zucker ist ein Süßungsmittel, das sparsam verwendet und nicht übermäßig oder alleine verzehrt werden sollte.
Dagegen bringt der Honig alle seine zur Verstoffwechselung nötigen Substanzen mit. Er belastet unseren Organismus nicht, sondern vitalisiert ihn.
Die Hauptinhaltsstoffe im Honig sind Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose). Diese beiden Einfachzucker (Monosaccharide) sind schnelle Energiespender, denn unser Körper kann sie leicht aufnehmen und sofort verwenden. Daneben enthält Honig aber auch noch andere Kohlenhydrate wie Zucker (Saccharose) und andere Mehrfachzucker (Dextrine).
Als zweite Gruppe von Nährstoffen sind die Eiweiße (Proteine) mit ihren lebenswichtigen Bausteinen, den Aminosäuren, zu nennen. Sie kommen im Honig bis zu einem Anteil von ca. 1 % vor und unser Körper kann aus ihnen eigene Eiweißstoffe aufbauen. Im Honig sind Cystein, Histidin, Phenylalanin, Arginin, Lysin und Glutaminsäure enthalten. Angemerkt sei, dass 8 Aminosäuren essentiell sind, d. h. sie können von unserem Körper nicht selbstständig produziert werden und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Zu ihnen zählen: Threoin, Methionin, Valin, Leucin, Isoleucin, Phenylalanin, Lysin und Tryptophan sowie als 9te das Histidin, das jedoch nur im Jugendalter essentiell ist. Eine gute und ausgewogene Eiweißquelle können Blütenpollen sein, daneben sind aber auch Milch, Quark, Käse und Hülsenfrüchte gute Proteinlieferanten.
Auch einige der lebenswichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente sind im Honig enthalten, unter ihnen: Calcium, Natrium, Kalium und Magnesium sowie Eisen, Mangan, Silizium und Selen. Diese Stoffe werden von unserem Körper zum Aufbau von Knochen und Zellen, aber auch Erhaltung unserer Körperfunktionen benötigt. So sind die Mineralstoffe wichtige Bausteine in Enzymen, in den roten Blutkörperchen, in Botenstoffen, Verdauungssäften und vieles mehr. Mineralstoffe sind schon im Bereich von Milligramm, Spurenelemente im Bereich von Mikrogramm wirksam.
Sogar Vitamine wie z. B. Vitamin C, Vitamin B 1, B 2 und Niacin kommen im geringen Maße im Honig vor. Auch sie zählen zu den unentbehrlichen und lebensnotwendigen Vitalstoffen. Vitaminreich sind vor allem frisches Obst und Gemüse.
Als weitere Minorbestandteile werden im Honig eine Vielzahl an natürlichen Aromastoffen und organischen Säuren nachgewiesen. Sie machen den unverwechselbaren Duft und Geschmack des jeweiligen Honigs aus und geben ihm seinen eigenständigen Charakter.
Dadurch, dass die Biene den Nektar zu Honig umwandelt, befinden sich auch einige Enzyme im Endprodukt. Enzyme (syn. Fermente) sind biologische Katalysatoren, d. h. sie sind der Schlüssel für fast alle Stoffwechselvorgänge im Körper. Zu nennen sind hier Diastase, Saccharase und Glucoseoxidase. Da diese wichtigen Substanzen von Natur aus sehr wärmeempfindlich sind, eignet sich ihr Nachweis auch sehr gut, um die Naturbelassenheit des Honigs oder den Grad einer möglichen Wärmeschädigung zu messen.
Erwähnenswert sind letztlich aber auch die Hormone und Inhibine. Beides sind Stoffe, die schon in einer äußerst geringen Konzentration wirksam und stimulierend sind. Inhibine können auch als natürliche Antibiotika bezeichnet werden, denn sie haben entzündungshemmende Eigenschaften.
Aufgrund dieser Vielzahl an wertvollen Inhaltsstoffen sollte Honig immer kühl (ca. 14 – 18 °C), trocken und dunkel (vor direkter Sonnen- und Lichteinstrahlung geschützt) aufbewahrt werden.
Weiterführende Literatur:
Horn, Helmut/Lüllmann, Cord: Das große Honigbuch; erschienen im Ehrenwirth Verlag
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