Honig gehört zweifelsfrei zu den ältesten Lebensmitteln der Menschheit: und das nicht nur hier in Europa und in Ägypten und Arabien, sondern auf der ganzen Welt. Schon seit Urzeiten wurde ihm ein hoher Stellenwert beigemessen, einige Kulturen sahen ihn sogar als heilig und heilend an. Um ihn ranken sich Mythen und Gleichnisse, die Weisen der Antike lobten ihn, Könige tragen die Bienen in ihrem Wappen und sicherlich wurde auch eines der ersten Rauschgetränke aus ihm gebraut. Und so alt dieses Lebensmittel auch ist, es hat bis heute nichts von seiner Faszination, seiner Reinheit und seiner Vielfältig verloren. Vielleicht ist er nur ein bisschen in Vergessenheit geraten, oder durch „günstigere“ Alternativen wie Zucker, Invertzuckerkrem (Kunsthonig) oder andere Süßungsmittel ersetzt worden.
So vielfältig wie es der Honig ist, so vielfältig sind auch seine kulinarischen Einsatzmöglichkeiten. Nicht nur als Krönung des morgendlichen Frühstückstisches ist Honig unschlagbar, sondern auch als kreative Zutat zu fruchtigen Obstsalaten und feinen Desserts, sowie als Verfeinerung von pikanten und deftigen Saucen, Dipps und Hauptgerichten, als auch als wichtigste Zutat in Lebkuchen und in der Feinbäckerei.
In alten Kochbüchern können noch Schätze, wie dieses alte Rezept zur Herstellung eines Honig-Lebkuchens gefunden werden (Anno 1899).
Honig-Lebkuchen
4 Pfund Honig
3 Pfund Mehl
½ Pfund süße
Mandeln
(z. B. gehackt)
½ Pfund Schmalz
¼ Pfund Butter
Schale von 2 Zitronen
1 Gramm Gewürze
(Nelken, Zimt)
45 Gramm Pottasche
Honig und Schmalz zusammen aufkochen, anschließend mit dem Mehl und den andern Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten, und kneten bis dieser nur noch lauwarm ist. Die Pottasche in kaltem Wasser lösen und durch ein Haarsieb zu dem Teig geben und vermengen. Die Oberfläche leicht bemehlen und den Teig 1 – 2 Tage ruhen lassen. (Wenn der Teig länger lagern soll, dann muss er kühl gestellt werden.)
Zur Aufarbeitung kleine Stücke aus dem Teig schneiden, gut durchkneten, ausrollen, ausstechen und mit einer ganzen Mandel verzieren. Im Ofen bei mäßiger Hitze hellbraun backen.
Je nach Belieben eignet sich Honig für folgende Zubereitungen
Zum Süßen von:
- Obstsalat, Joghurt-, Kefir- und Quarkspeisen.
- Erfischungsgetränken auf Basis von Frucht- oder Milchshakes, Früchetee oder Schorlen.
- In heißer Milch oder in Kräuter- oder Beruhigungstees. Tipp: bitte verwenden Sie einen feinen Lindenblütenhonig.
Zum Dekorieren von:
- Halbierten Feigen, Grapefruits oder Orangen. Tipp: probieren Sie hier mal einen edlen Weißtannenhonig.
- Crepes- oder Pfannkuchengerichte.
- Gebackenen Früchten wie Banane oder Apfelbeignets.
Zum Abschmecken von:
- Olivenöl-Balsamico-Dressings. Tipp: bitte probieren Sie einen kräftigen Waldhonigtauhonig.
- Senf- oder Orangenvinaigrettes für sommerliche Salate.
- Von deftigen Gemüsegerichten, wie Roter Beete und Rotkohl.
- Tomaten-Lauch-Salat oder Tomaten-Basilikum-Bruschetta.
- Für pikante Fleischgerichte, wie z. B. Ente in Orangensauce oder Wildspezialitäten.
- Tomaten- und Currysuppen & -saucen.
- Für Rosmarin- oder Thymian-Marinaden.
- Glasierten Maronen, Möhrchen und Zuckerbsenschoten.
- Vor dem Einkochen, Abrunden und Herstellen edler Beerenzubereitungen mit z. B. Preiselbeeren, Sanddornbeeren oder Hagebutten.
Weiterführende Literatur:
Bänziger, Erika: Honig – Genuss und Gesundheit aus dem Bienenstock; erschienen im Weltbild Verlag
Lestrieux, Elisabeth de: Honig für Feinschmecker; erschienen im DuMont Verlag
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