Bevor der Honig ins Glas gefüllt werden kann, wir er aufbereitet. Wir verstehen unter der Aufbereitung das sorgfältige und schonende Klären, Sieben und für einige Sorten auch das Cremigrühren des Honigs.
Das Sieben ist nötig, um feinste Wachspartikel oder honigfremde Bestandteilen 1) zu entfernen. Diese Partikel gehören nicht ins Endprodukt und wären als feine, u. U. dunkle Partikel oder Trübung sichtbar. Das Sieben erfolgt mit feinmaschigen Siebtüchern. Dabei darf die Maschenweite nicht zu eng sein, denn wertvolle honigeigene Bestandteile, wie z. B. die Blütenpollen, dürfen nicht herausgesiebt werden.
Das anschließende Klären ist ein natürlicher Prozess, bei dem z. B. feine Luftbläschen langsam aufsteigen. Da der Honig eine hohe spezifische Dichte hat, benötigt dieser Schritt mindestens 8 bis 10 Stunden. Das Klären ist wichtig, denn sonst würde auf dem fertigen Honig eine feine Schaumschicht entstehen.
Ein Honig, der lange flüssig bleibt, also einen hohen natürlichen Fruchtzuckeranteil enthält wie z. B. Akazienhonig oder Weisstannenhonig, kann danach direkt abgefüllt werden.
Alle Honigsorten, die von Natur aus mehr Traubenzucker als Fruchtzucker enthalten wie z. B. Rapshonig oder Lindenblütenhonig, neigen früher oder später zur Kristallisation. Wir begleiten dieses natürliche Verhalten, in dem der Honig langsam über mehrere Tage gerührt wird. So entsteht eine feincremige, gleichmäßige und zart schmelzende Konsistenz. Würden wir diesen Schritt nicht behutsam durchführen und den Honig ebenfalls flüssig ins Glas füllen, so würden sich im Laufe der Zeit spontan Kristalle bilden. Erkennbar ist dies zunächst an einer leichten Trübung des Honigs, später setzen sich dann deutlich sichtbare, grobe Kristalle am Boden ab.
Nun
ist der Honig bereit zur Abfüllung. Dies geschieht schonend
und sorgfältig durch einen modernen Abfüller, der den
Honig langsam ins Glas dosiert. Danach werden die Gläser verschlossen
und etikettiert. Der Honig erfährt keine weitere Behandlung.
Damit ist er das einzige unbehandelte Naturprodukt, das so, wie
es die Biene erzeugt hat, haltbar ist.2)
Damit der Honig keinen Schaden nimmt und alle Wert gebenden Bestandteile bestmöglich erhalten bleiben, überwachen wir jeden Arbeitsschritt:
- Vollständige Überwachung der Temperatur,
- Kontrolle des Drucks in den Leitungen während der Förderung,
- Einstellung der Umlaufgeschwindigkeit des Rührwerks im Tank.
Wie alle Betriebe, die sich mit der landwirtschaftlichen Urproduktion beschäftigen, können auch wir eine lückenlose Rückverfolgbarkeit unserer Honige gewährleisten. Unsere Arbeitsweise, die schonende Aufbereitung und die sorgfältige Abfüllung beruhen auf sehr guten hygienischen und technischen Standards.
1) Honigfremde Bestandteilen sind z. B. kleine Fasern von den Holzrähmchen oder Bienenbeinchen, die durch das Ernten und Schleudern nicht beabsichtigt in den Honig gelangt sein können.
2) Hinweis: Honig ist für Säuglinge unter 12 Monaten nicht geeignet. Honig ist naturbelassen und darf für die Abfüllung nicht erhitzt werden.
Säuglingsnahrung dagegen muss sterilisiert sein, damit die Gefahr von Säuglingsbotulismus ausgeschlossen werden kann. Der Magen- und Darmtrakt von Säuglingen ist bis zu einem Alter von etwa 1 Jahr noch nicht vollständig ausgeprägt, d. h. die Magensäure, die die natürliche Barriere für alle Arten von Keimen darstellt sowie eine ausgewogene Darmflora, die uns gesund erhält, muss sich erst bilden.
Der anaerobe Keim Clostridium Botulinum kommt vor allem Erdboden vor und benötigt, damit er wachsen und Toxine bilden kann, eiweißreiche Nährstoffquellen. Diese findet er nicht im Honig und deshalb wächst er nicht im Honig und bildet dort auch keine Toxine.
Aus wissenschaftlicher Sicht besteht jedoch die theoretische Möglichkeit, dass dieser Keim als Spore irgendwie in den Honig gelangen könnte. Ist er erst einmal drin, würde ihn das Medium Honig konservieren. Später könnte dieser dann im Darm des Säuglings keimen, wachsen und Toxine bilden.
Nachdem sich die Magensäure und die Darmflora gebildet hat, also für alle Menschen mit einem Alter ³ 1 Jahr, stellt der Keim bzw. die Spore an sich keine Gefahr mehr dar.
|