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Deutschland als Honigtrachtgebiet

Wissenswertes über HonigIn den Jahreszeiten Frühjahr und Sommer blühen nacheinander verschiedene Pflanzen, Bäume und Sträucher, die für das Bienenvolk eine gute Trachtquelle darstellen. Da die Honigbiene blütentreu ist, d. h. solange eine Blütenart besucht, wie es dort Honig gibt, können wir Imker auch Sortenhonige ernten. Deshalb wandern wir mit unseren Völkern nacheinander verschiedene Gebiete an, in denen eine Pflanzenart auf natürliche Weise verstärkt vorkommt oder durch den Landwirt angebaut wird oder durch die Forstwirte bewirtschaftet wird. Da wir den Bienen aber nicht vorschreiben können, welche Pflanze sie besuchen sollen und zeitgleich auch immer mehrere Pflanzenarten blühen, sind Sortenhonige eben Honige, die überwiegend von einer Pflanzenart stammen und eine ganz besondere Charakteristik zeigen. (Mehr darüber erfahren sie unter den einzelnen Honigsorten bzw. in der Honigwarenkunde.)

In der Regel überwintern unsere Völker in den Rheinauen. Hier ist das Klima meistens mild und das Frühjahr beginnt zeitiger als im übrigen Teil unseres Landes. So finden die Bienen nach Winterruhe an den Weiden und Frühblühern der Flussauen, später in den ausgedehnten Obstwiesen und auf dem Löwenzahn ausreichend Nektar und Pollen. Dieser erste Honig verbleibt größtenteils vollständig im Bienenstock. Die Bienen brauchen ihn zur Aufzucht der Larven und zum Aufbau des Volkes. Nur in sehr guten, warmen Jahren können wir einen Teil davon ernten.

Als erste wichtige Haupttracht wandern wir an die Rapsfelder in das Saaletal und setzen auf den unteren Teil der Beute Honigräume auf. Die Bienen nutzen diesen gewonnen Platz und tragen kräftig Honig ein. Bevor wir nun die nächste Trachtquelle anwandern, muss der Honig geerntet, d. h. geschleudert werden. Die vollen Honigräume werden durch leere ersetzt.

Im Anschuss an den Raps blüht die Akazie. Dazu wandern wir mit den Bienen in die Märkische Schweiz. Hier ist eines der größten zusammenhängenden Akazienmischwaldgebiete in Deutschland. Bevor die Bienen dann ein weiteres Mal umziehen in die Lindenbestände um Berlin, müssen wir wieder den Honig ernten. Es schließen sich nun die Sonnenblume im Oderbruch oder die Sommerblüte an, die aus verschiedenen Blüten- und Pflanzenarten besteht. Als Spättracht können dann Heide- und Waldhonige geerntet werden.

Die Waldhonige bilden dabei eine Besonderheit, denn die Bienen tragen hierfür überwiegend Honigtau ein. Dieser entsteht zum einen an Blattnarben, Stielen und manchmal auch am Stamm von Bäumen. Zum anderen wird er aber auch von anderen, auf den Blättern und Nadeln lebenden Insekten wie winzige Tautröpfchen zurückgelassen.

Da das Klima und das Wetter in jedem Jahr und in jedem Gebiet unterschiedlich ist und sich auch im hohen Maße auf den Blütezeitpunkt und die Dauer auswirkt, variieren die Sorten auf natürliche Weise. So ist das Imkerleben jedes Jahr ein anderes.


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